• Madlen

Freshman Year - bye bye

Schnell vergeht die Zeit - mein erstes Jahr an der Florida Atlantic University ist beendet und ich sitze schon wieder in Deutschland zusammen mit meiner Familie. Kaum zu glauben, dass ich schon 2 Semester an der FAU studiert habe.

Durch die Tatsache, dass ich dieses Jahr leider nicht eligible (startberechtigt) war und somit keine Wettkämpfe mit dem Team bestreiten durfte, hatte ich direkt die Möglichkeit nach meinem letzten Final Exam nach Hause zu fliegen. Das Team hat noch den wichtigsten Wettkampf der Outdoor Track Season vor sich - die Conference Championships.

Das Jahr hatte allerlei Höhen und Tiefen. Mir wurden von Beginn an einige Hindernisse gestellt, die ich bestmöglich versucht habe zu überwinden.

Zu meinen Erlebnissen in den ersten beiden Semestern habe ich schon 2 Posts veröffentlicht.

Als Schlusssatz meines letzten Posts habe ich eigentlich versprochen, dass der nächste Eintrag positiv anfangen wird, allerdings war das etwas zu viel versprochen.

Wie im letzten Eintrag schon erwähnt, haben meine Gluteus/Hüftschmerzen/unterer Rücken wieder begonnen und ich musste schon während der Spring Break Zeit pausieren. Ich dachte, das hat's bald wieder - von wegen.

Die Schmerzen wurden schlimmer und haben sich mehr oder weniger auf meine gesamte rechte Hälfte ausgewirkt - von Rücken bis zum Oberschenkel.

Die Schmerzen wurden schnell unerträglich und ich konnte nicht mehr den Alltag ohne Schmerzen bestreiten - Tag und Nacht hatte ich durchgehend Schmerzen.

Es vergingen Tage und Wochen ohne jegliche Besserung - ich verstand die Welt nicht mehr. Ich wusste nicht was los war. Keine Behandlung hat angeschlagen - X ray und MRT wurden gemacht, die jedoch auch keine Befunde ergeben haben.

Es vergingen insgesamt 4 Wochen ohne irgendeine Besserung - ich fühlte mich wie festgefahren und verzweifelte fast an den Schmerzen.

Diese Wochen waren eine wahre mentale Herausforderung. Mir wurde erst richtig bewusst, dass ein großer Teil in meinem Leben fehlte. Ich spürte eine Leere in mir. Ich habe wirklich realisiert, welche Bedeutung der Sport für mich hat und was er in meinem Leben für einen Teil einnimmt.

Mein Alltag hat sich verändert und statt 6 Uhr morgens mich für das Training zu richten, saß ich oftmals an Hausaufgaben, weil ich sonst nichts mit mir anfangen wusste.

Der Chiropraktiker hat ebenfalls viel ausprobiert und ich fühlte mich wie das Versuchskaninchen: Einrenken, Streckbank, Akupunktur mit Strom..... Irgendwas hat davon geholfen und mein Alltag wurde im 2. Monat schmerzfreier.

Selber habe ich viel mit Blackroll gearbeitet und gedehnt. Aus Verzweiflung wurden Übungen von Internet-Docs probiert. Alles nur mit geringem Erfolg.

Anfang April und damit die 8. Woche ohne Training....

Langsam wurden meine Schmerzen weniger und ich war allmählich im Alltag schmerzfrei. Ich konnte sogar mit dem Schwimmen und Radeln wieder beginnen.

Unglaublich, dass ich jemals solche Emotionen im Pool erleben würde. Tränen, weil ich schmerzfrei schwimmen kann. Unbeschreiblich.

Läuferisch wurde es nur langsam besser. Die Schmerzen waren hartnäckig. Es wurde weiterhin daran gearbeitet und ich habe alles versucht.

Nach einer weiteren Woche konnte ich langsam wieder mit dem Laufen einsteigen.

In der Zwischenzeit fanden die sogenannten Owlspys statt. Es ist ein Abend für alle Student-athletes, an dem sich jeder mal zur Abwechslung etwas schick macht und dort anschließend verschiedene Awarde verliehen werden.

Und schon war es so weit und meine Eltern kamen zusammen mit meinem Bruder über Ostern zu Besuch. Auf diesen Tag habe ich so lange gewartet. Dieser Tag hat mich immer wieder aufgebaut und hochgezogen, wenn es mir psychisch zu schwer wurde.

I can finally run again !

Pünktlich zum eintreffen meiner Eltern habe ich auch die erste bessere Laufwoche erlebt und sie konnten mich bei meinem ersten Versuch einer Tempomeile erleben. Ich war mehr als glücklich. Erstaunlich ist für mich, dass ich von meiner Spritzigkeit und Schnelligkeit kaum etwas verloren habe!

Ich verbrachte mit meiner Familie eine der schönsten Wochen in Florida - überglücklich. Es war zugegebenermaßen auch die stressvollste Woche.

Uni, endlich wieder Training, und natürlich wollte ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie verbringen. Den ganzen Stress nahm ich aber liebend gern auf mich.

Körperlich ging es mir immer besser und das Training konnte in der folgenden Woche wieder fast normal beginnen!

"The comeback is always stronger than the setback."

Die Woche verging schnell und meine Familie flog wieder nach Hause - allerdings war der Abschied nicht allzu schwer, denn ich würde schon in einer guten Woche nach fliegen ;)

Für mich hieß es nun noch einmal alles herausholen und lernen, denn die Prüfungen standen an. Es verlief gut und ich kann das Spring Semester mit einem GPA von 4.0 abschließen. - Mission erfüllt.

Das war es also: mein Freshman Jahr an der FAU. Ich kann immer noch kaum glauben, dass es schon vorbei ist. Ehrlich gesagt, kann ich es immer noch nicht verstehen, dass ich wirklich in Amerika bin und dort studiere.

Am 02. Mai hieß es dann Abschied nehmen. Um 06 Uhr morgens wurde ich abgeholt und zum Zug gebracht. Mein Flieger ging über Charlotte nach München, wo ich schließlich früh morgens am 03. Mai gelandet bin.

Jetzt darf ich für gut 3 1/2 Monate in meiner Heimat verbringen. Meine Familie, die Berge und Landschaft, und natürlich das Essen haben mir schon gefehlt. :D

Danach geht es für mich jedoch zurück nach Amerika. Ja, ich habe mich dazu entschieden das Stipendium weiterzuführen und ein weiteres Jahr dort zu studieren.

Für mich ist es optimal. Ich bin dort glücklich und erlebe dort eine unvergessliche Zeit. Zugegeben, war mein erstes Jahr von vorne bis hinten nicht geplant, trotzdem bin ich glücklich und habe für mich die richtige Entscheidung getroffen. Dort kann ich Uni und Sport super kombinieren und habe die Möglichkeit für meine Träume/Ziele zu arbeiten und kämpfen.

Gespannt bin ich jetzt schon - was kommt alles auf mich zu?

Definitiv werde ich weiterhin von neuen Erfahrungen überschüttet, denn ab Herbst darf ich mit dem Team ENDLICH Wettkämpfe bestreiten. Cross Country, Indoor Track und Outdoor Track - ich habe zwar noch keine der drei Wettkampfformate bestritten. Ob das gut gehen wird? Ich freue mich riesig.

Zuerst genieße ich jedoch den Sommer daheim (im Paradies) und versuche meine Form weiter aufzubauen. Der Fokus wird definitiv dort liegen.

Die Triathlon Saison steht vor der Tür und ich bin bereit, komme was da wolle!

Ich möchte mich herzlich bei jedem einzelnen bedanken, der mir durch das Jahr geholfen hat.

Ein besonderes Dank geht an Coach Smolka, der mich durchgehend unterstützt hat und mir zur Seite stand.

Auch von daheim aus hatte ich den besten Support - meine Familie. Sie haben mir den nötigen Halt gegeben, um immer wieder das Positive zu sehen und nach vorne zu blicken.

Sei es das ganze Team von der Uni oder von daheim aus, ich bin jedem dankbar!

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