Silvesterlauf Kempten 2017


Auf diesen Lauf habe ich mich wirklich seit Tagen gar Wochen enorm gefreut. Einfach noch einmal richtig Gas geben und das Jahr mit einem tollen Ergebnis zu beenden.

Dass das Rennen im Krankenhaus endet und es mein erstes DNF wird, wäre mir niemals in den Sinn gekommen.

Aber von vorne:

Der Tag begann gelassen mit meinem Standard Wettkampf Frühstück. Ich fühlte mich gut und war voller Vorfreude. Zudem war das Wetter perfekt und für einen Silvesterlauf genau das richtige.

Wir kamen gegen Mittag in Kempten an und die Startunterlagen wurden anschließend geholt. Ich war erst einmal komplett überrascht eine rote Nummer zu bekommen und damit vorne im Elitebereich stehen zu dürfen. Ich freute mich richtig darüber, denn damit hätte ich nicht gerechnet.

Ich machte mich warm und spürte schon etwas Beschwerden in meinen Beinen, aber nicht weiter schlimm. Die Beine fühlen sich bei mir grundsätzlich am Wettkampftag schlecht an :D

Um 13:30 Uhr fiel der Startschuss. Ich war motiviert und rannte einfach los, jedoch spürte ich dort schon ein wirkliches ziehen und eine Härte in meinen Beinen. Irgendwann hatte ich aber einigermaßen meinen Schritt gefunden, dachte mir aber schon, dass es zähe Kilometer werden.

Als die kleine Steigung kam wurden meine Beine wieder schlimmer. Ich kann das Gefühl gar nicht wirklich beschreiben, aber das Laufen wurde mit jedem Schritt zäher. Oben auf der Ebene angekommen versuchte ich alles Mögliche um meine Beine ansatzweise zu lockern. Kurz darauf kam die Bergab Passage und wie sonst auch möchte man es einfach laufen lassen – von wegen: Mit jedem Schritt machten meine Beine mehr zu und wurden schmerzhafter. Als ich fast unten ankam ging dann gar nichts mehr und ich konnte keinen Schritt mehr gehen. Ich musste auf der Stelle stehen bleiben und ich fing nur noch vor Schmerz an zu schreien – ich war absolut fertig.

Es kamen zum Glück sofort Zuschauer zu Hilfe und eine Ärztin, welche am Rennen teilnahm blieb stehen und hat mir geholfen. Ich konnte keine Beine mehr abwinkeln, sie schmerzten höllisch und ich wusste nicht was los war. Auf der anderen Seite wollte ich unbedingt weiterlaufen und wollte nicht aufhören.

Es bestand aber nicht einmal überhaupt eine Chance ansatzweise normal zu gehen.

Als es mir etwas besserging, bin ich mit meinen Beinen, die wie Stöcke waren, so gut es geht weitergegangen.

Meine Eltern kamen mir dann schon entgegen und die Sanitäter waren dann auch nicht mehr weit entfernt. Tragen war keine Option, weil das meine Beine absolut nicht mitgemacht haben. Anschließend wurde ich im Rollstuhl, die Beine natürlich hochgehalten, weitertransportiert.

Im Krankenwagen wurde ich schnell durchgecheckt – alle Werte waren aber in Ordnung. Mein Elektrolythaushalt war nicht das Problem.

Danach ging es sofort ins Krankenhaus; der Arzt konnte mir aber weniger helfen und ich war immer noch ratlos.

Die starken Schmerzen und die steifen Beine hielten noch über 4 Stunden an, erst dann konnte ich meine Beine etwas abwinkeln.

Der Abend und auch teils die nächsten Tage waren nicht wirklich zu genießen.

Die Ursache und was genau los war, ist mir immer noch unbekannt. Das Ende meines Silvesterlaufs hätte ich mir definitiv nicht im Krankenhaus gewünscht, aber so wars eben.

Jeder hat mal sein erstes DNF und das ist wirklich zu verkraften. Manchmal kommt eben wieder ein schlechtes Rennen – die guten aber auch😉

Nächstes Jahr Silvesterlauf greife ich wieder an!

Vielen Dank an alle die mir geholfen haben und sogar das Rennen abgebrochen hätten! Auch ein richtiges Dankeschön an die netten Rettungssanitär und den Notarzt, die einen tollen Dienst gemacht haben! Die haben mir sehr geholfen!

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