Real Talk

English Version below


Wenn das was einem die größte Freude bereitet und seine Leidenschaft ist, aber gleichzeitig die größte Panik hervorrufen kann.


Heute geht es um einen etwas anderes Thema, ein Thema, welches oft nicht thematisiert wird. Mental Health - Mentale Stärke


Ein Problem von mir, dass ich früher nicht kannte. Ich bin ohne große Erwartungen und ohne großes Training an den Start gegangen - mit großem Erfolg.


In den letzten Jahren allerdings, habe ich mich immer mehr unter Druck gesetzt und meine mentale Stärke war weg. Unsicherheit - zu selbstkritisch - kein Selbstbewusstsein. Je mehr ich trainierte, um so größer war mein Ergebniswillen. Dieser blockierte mich immer mehr, bis ich heulend vor den Rennen zusammenbrach.


Der Sport ist mein Leben. Das tägliche Training, sei es schwimmen, radeln, laufen, Kraft, Stabi – alles was dazu gehört. Ich mache es gerne, ich liebe es über meine Grenzen zu gehen und mich jeden Tag aufs neue herauszufordern. Sehen, was ich leisten kann. Ich habe Ambitionen, Ziele, und Träume und tue alles dafür diese zu erreichen. …. im Training zumindest. Ich bin inzwischen der "Trainingsweltmeister".


Allerdings wird die Leistung nicht nur durch das körperliche erreicht; natürlich ist die Statur, die Gesundheit, das Training, das Gefühl, der Schlaf und die Regeneration ein wichtiger Bestandteil, wenn es am Tag X drauf ankommt.


Jedoch habe ich festgestellt, dass der noch größere Teil im Wettkampf der Kopf ist, seine eigenen Gedanken. Und wenn der Geist nicht stimmt, dann ist man dem Scheitern verurteilt - zumindest ist das bei mir so.


Ich würde mich schon von jung auf als unsicher, geringem Selbstbewusstsein und Selbstglaube beschreiben. Entscheidungen konnte und kann ich nicht treffen. Ich vertraue mir zu wenig und lege zu viel Stellenwert auf andere Meinungen.


Nach meinem Abitur, als ich den Entschluss fasste mich auf den Sport zu konzentrieren, strukturiert zu trainieren und sehen wo die Reise hinführt, wurden meine Gedankenspiele größer. Mit dem Laufe der Zeit baute sich in mir immer mehr Druck in Wettkämpfen auf, ich kann mich nicht mehr konzentrieren, ich schweife ab; Angst und Panikattacken häufen sich. Meine Leistung aus dem Training kann ich seit einiger Zeit nicht abrufen.


Natürlich, ich sehe meine Leistungen relativ und für viele mag die Zeiten, welche ich laufe gut sein. Jedoch ist es nicht mein eigenes Potential, welches ich täglich im Training unter Beweis stelle. Es ist nicht das, was ich eigentlich kann.


Schon Tage vor dem Wettkampf begleitet mich eine negative Nervosität, ich bekomme beim Gedanken daran einen Kloss in den Hals. Ich reise mit Unruhe zum Wettkampf an. Freude ist was anderes.

Teilweise stand ich bei Triathlon – Wettkämpfen heulend an der Startlinie, durch die Brille konnte ich nur noch schwer sehen. Wobei hier noch dazukam, dass das Schwimmen nicht gerade meine Lieblingsdisziplin ist ;-). Das folgende Schwimmen bestand nur aus Hektik, Arme rudern, und Kurzatmigkeit. Von der Stelle kam ich deswegen noch weniger.


Allerdings wurde mir die Größe meines Problems erst bewusst, als ich in die USA kam. Davor dachte ich, „ach so bin ich halt, ist halt meine Persönlichkeit. Kann man nichts ändern“.

Ich kann mich noch heute an meinen ersten Kontakt mit dem Track erinnern, es war ein Indoor Track Wettkampf in Birmingham – 3km. Der Start war Abends, den Tag über machte ich mich verrückt und konnte vor Nervosität kaum eine ruhige Minute finden. An der Startlinie stand ich mit Schnappatmung und dem Gefühl, ich muss mich gleich übergeben weil mein Hals zugeschnürt ist. Der Verlauf des Wettkampfes wurde nicht besser; fast schwarz vor Augen fühlte ich mich wie in einem Hamsterrad ohne Kontrolle über meine Beine. Panik übermannte mich. Gefangen im Käfig. Es war kurz gesagt eine Katastrophe.


In Wettkämpfen verfolgen mich immer die Gedanken, dass ich dort nicht hingehöre. Ich kann nicht begreifen, dass meine Leistung so stark ist und mich berechtigt, an der Startlinie zu stehen. Ich verunsichere mich im Vorfeld und füttere meinen Geist mit negativen Gedanken, warum ich nicht in der Lage bin das zu schaffen. Meine eigenen Qualitäten sind vergessen. Ich möchte keinen enttäuschen. Zu Beginn verliere ich schon meinen Fokus. Beim Rennen selber könnte ich nach den ersten hundert Metern schon das Rennen vorzeitig beenden. Gott sei Dank habe ich mich soweit im Griff, dass ich das nicht mache. Jedoch fühle ich teilweise wie gelähmt. Es ist wie eine Teufelsspirale.


Die Selbstkritik häuft sich an, ich gebe mich mit meinen Ergebnissen nicht zufrieden. Klar, ich kann doch eigentlich viel besser. Ich zeige es jeden Tag im Training. Ich stecke in der Zwickmühle. Ich laufe die Distanzen schneller und dazu relaxter im Training, und im Wettkampf kann ich es nicht abrufen?! Ich bin enttäuscht. Mein Selbstvertrauen und Bewusstsein wird noch mehr gedämpft. Der Teufelskreis wird fortgesetzt.

Das ist nur ein kleiner Einblick in mein Gedankensexpress. Oft kann ich selbst meine Prozesse im Körper nicht erklären.


Ich weiß, ich kann es. Ich habe es auch schon bewiesen. Und mir ist bewusst, wenn ich das nicht in den Griff bekomme, dann ist meine „Karriere“ zum Scheitern verurteilt.

Es ist ein langer Prozess dort herauszukommen. Was ich gelernt habe, nicht aufgeben und weitermachen.


Ich mache Fortschritte, langsam aber allmählich ersichtlich. Ausprobiert habe ich viel, von Podcasts, Büchern, Yoga, Meditation, Tagebuch, etc.. Allein ist man erstmal etwas hilflos :D


Meine Mutter muss auch immer wieder herhalten. Sie erdet mich und versucht mir immer wieder den Kopf gerade zu rücken. Mit ihr konnte ich schon die ersten Strategien umsetzen, um mich zu fokussieren. So konnte ich schon einen kleinen Durchbruch bei unseren Conference Championships dieses Jahr erreichen. Die 10km bin ich in 35:07 min gelaufen. Das ist eine deutlich bessere Zeit wie bisher und ich würde mich mental mit einer 5 von 10 ranken 😉 . Das gab mir einen Schub der Erleichterung. Wenn man so fest in sich selbst gefangen ist, steigt das Bedenken „schaffe ich es? Oder bin ich doch ein Hoffnungsloser Fall?“


Es geht aufwärts und ich bleibe dabei und werde meine Ziele weiterhin verfolgen. Ich merke es nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag sehe ich mich mehr als "Hey, so bin ich und das ist genug".


In Zukunft werde ich einen weiteren Schritt gehen. Ein Mentaltrainer wird mir beiseite stehen (aka Mama). Sie hat sich dazu entschieden, ein zertifizierter Sport Mental Coach zu werden. Das enge Verhältnis ist mir bewusst, jedoch kann ich von ihr Meinungen / Gedanken annehmen und umsetzen. Ich bin ihr mehr als dankbar dafür. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.


Ich möchte noch viel erreichen - und auch den Kopf kann man trainieren. Ich werde das hinbekommen.

Und für diejenigen die sich denken, wieso macht sie es dann überhaupt? Weil ich es liebe. 😊


When the thing that gives you the greatest pleasure, and is your passion, but at the same time can cause you the greatest panic.


Today is about a slightly different topic, a topic that is often not addressed. Mental Health - Mental Strength


A problem of mine that I did not know when I was younger. I started without great expectations and much training - with great success.


In the last few years, however, I put myself under more and more pressure; so my mental strength was gone. Insecurity - too self-critical - no self-confidence. The more I trained, the greater was my will to achieve results. That blocked me more and more until I collapsed crying before the races.


Sport is my life. The daily training, whether it's swimming, cycling, running, strength, stability - everything that goes with it. I love doing it; I love pushing myself beyond my limits and challenging myself every day; Seeing what I can accomplish. I have ambitions, goals, and dreams, and I do everything I can to achieve them. ... in practice, at least. I am now the "training world champion."


However, performance is not only achieved through the physical; of course, stature, health, training, sleep, and recovery are all important components when it comes down to it on day X.


However, I have found that the even bigger part of the competition is the mind, its thoughts. And if your mind isn't right, you're doomed to fail - at least that's the case for me.


I would describe myself from a young age as insecure, with low self-esteem and self-belief. I could not and still cannot make decisions. I trust myself too little and put too much emphasis on other opinions.


After my high school graduation, when I decided to focus on sports, train in a structured way, and see where the journey would take me, my mindset grew. With time, more and more pressure built up in me in competitions, I can no longer concentrate, I drift off; anxiety and panic attacks accumulate. For some time now, I have not been able to retrieve my performance from training.


Of course, I see my performance relatively and for many, the times I run may be good. However, it is not my potential that I show every day in training. It is not what I am capable of.


Already days before the competition, a negative nervousness accompanies me; I get a lump in my throat at the thought of it. I travel to the race with anxiety. Joy is something else.

Sometimes I stood crying at the start line during triathlon competitions; I could hardly see through my glasses. Whereby here still came in addition that swimming is not exactly my favorite discipline ;-). The following swim consisted only of hectic, arms rowing, and shortness of breath. I got even less from the spot because of that.


However, I didn't realize the size of my problem until I got to the US. Before that, I thought, "Oh, that's just the way I am; it's just my personality. Nothing can be done about it.

I can still remember my first contact with the track; it was an indoor track meet in Birmingham - 3km. The start was in the evening. During the day, I was driving myself crazy and could hardly find a quiet minute because of nervousness. I stood at the start line with gasping breath and the feeling that I was about to throw up because my throat was constricted. The course of the race didn't get any better; almost black in front of my eyes, I felt like I was in a hamster wheel with no control over my legs. Panic overcame me. Trapped in a cage. It was, in short, a disaster.


In competitions, I'm always haunted by thoughts that I don't belong there. I can't conceive that my performance is so strong and entitles me to be on the starting line. I am insecure myself beforehand and feed my mind with negative thoughts about why I am not able to do it. My qualities are forgotten. I don't want to disappoint anyone. In the beginning, I already lose my focus. At the race itself, I could end the race early after the first hundred meters. Thank God I have myself so far under control that I don't do that. However, I feel paralyzed at times. It is like a devil's spiral.


Self-criticism is piling up; I'm not satisfied with my results. Sure, I can do much better. I show it every day in training. I am in a quandary. I run the distances faster and more relaxed in training, and I can't do it in the competition? I am disappointed. My self-confidence and consciousness are dampened even more. The vicious circle continues.

That is just a small impression of my thought composition. Often I can't explain even my processes in the body.


I know I can. I have already proven it. And I am aware that if I don't get a grip on it, then my "career" is doomed to failure.

It's a long process to get out of there. What I have learned, don't give up and keep going.


I am making progress, slowly but gradually apparent. I tried a lot, from podcasts, books, yoga, meditation, journaling, etc... Alone, one is a bit helpless at first :D


My mom also has to come through again and again. She grounds me and always tries to straighten my head. With her, I could already implement the first strategies to focus on myself. So I could already achieve a small breakthrough at our Conference Championships this year. I ran the 10km in 35:07 min. That is a much better time than before, and I would mentally rank myself with a 5 out of 10 😉 . That gave me a boost of relief. When you are so stuck in yourself, the concern of "can I do it?" increases. Or am I a hopeless case after all?"


Things are looking up, and I'm sticking with it and will continue to pursue my goals. I notice it not only in sports but also in everyday life; I see myself more as "hey, this is who I am, and that's enough".


In the future, I will take another step. A mental coach will stand by me (aka mom). She has decided to become a certified sports mental coach. I am aware of the close relationship. However, I can take opinions/thoughts from her and implement them. I am more than grateful to her for that. We will see what the future brings.


I still want to achieve a lot - and you can also train your head. I will manage that.

And for those who are thinking, why is she doing it at all? Because I love it. 😊

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